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SK 32 VII, 2. Bezirksklasse: Runde 4

SK Münster 32 VII 5.5 : 2.5 Ind.Dame Münster III
1 Liu,Yi-Nan Julian (1794-51) +:- Bexten,Alwin (1532-11)
2 Hartmann,Steffen (1794-21) 1-0 Schmitt,Carsten (1501-8)
3 Sroka,Andre (1776-32) Remis Everke,Enrique (1514-16)
4 Hundehege,Tobias (1642-28) 1-0 Namokel,Stefan (1526-32)
5 Bandur,Felix (1449-37) 0-1 Pehle,Raphael (1632-1)
6 Rauer,Lukas (1308-18) Remis Brakel,Stefan (-)
7 Zerwas,Stefanie (1215-14) Remis Rolfes,August (1375-4)
8 Altgelt,Max (1482-31) 1-0 Wulff,Andreas (1223-16)

 

Das Wichtigste zuerst: Trotz gefühlter minus 26°C sind alle Spieler der siebten Mannschaft wohlbehalten zum Spiel und auch wieder nach Hause zurückgekehrt. Unser Erster Mann, Yi-Nan, war diese Reise leider umsonst angetreten, sein Gegner blieb fern, 1:0 vor Spielbeginn. Die erste Entscheidung am Brett gab es bei Tobias an Brett 4, in einer italienischen Partie (Möller-Angriff, wer spielt das heute noch?) spielte er durch ein Qualitätsopfer einen schönen Mattangriff heraus. Der schwarze König, von seinen ungünstig postierten Figuren etwas allein gelassen, sah mit an wie seine vorgerückten Bauern (f5,g6,h5) fielen und wurde bald darauf dann selbst gerichtet. Das 3:0 kam von Ersatzspieler Max. Nach eigenen Angaben lief die Eröffnung nicht so gut. Was ich selbst gesehen habe war ein von Läufern und der Dame umringter König auf unserer Seite, leider habe ich verpasst wie sich alles zum Guten gewendet hat. Es folgten zwei Remisen von Lukas und Steffi an Brett 6 bzw. 7. Lukas stand in einer französischen Eröffnung zwischenzeitlich mit dem König auf e2 und hatte Mühe seinen Bauern d4 zu verteidigen. Doch es ging, der Angriff seines Gegners war nicht so stark, die Stellung wurde besser, eines Tages trennte man sich friedlich, hörte ich. Steffi konnte in einer angenehmen Stellung eine Figur gewinnen. Leider wurde sie daraufhin sehr nervös, wollte eine Figur für 2 Bauern und leichteres Spiel opfern, die nicht genommen wurde, das Gerüst wackelte, später verlor sie die Figur für eine Qualität und war froh ein wiederholtes Remisangebot ihres Gegners annehmen zu können. Im Ergebnis nicht schlecht, zudem sie über 150 DWZ-Punkte weniger zum Brett brachte, schaut man sich aber den Verlauf an ist das ein wenig schade. Felix ging als einziger Spieler unserer Mannschaft ohne Punkt vom Brett. Schon früh war die gegnerische Dame unangenehm an einem einmarschiert um dort zu putzen. Zwar sah es später so aus, als wäre die Stellung zu halten, doch war dem wohl nicht so. Leider ein Verlust an Brett 5. Die letzten Partien liefen bei Steffen und mir. Steffen hatte schon früh durchblicken lassen, dass es bei ihm vielleicht nicht mehr als einen halben Punkt zu holen gibt, hielt die Partie aber am laufen für den Fall, dass er hätte unbedingt gewinnen müssen. Ich stand im Mittelspiel etwas aktiver und fand viele faszinierende Möglichkeiten meine Figuren abzutauschen, leider nicht mehr. Zwischenzeitlich machte ich mir Sorgen, dass die Mannschaft eventuell noch verlieren könnte, sollte ich patzen und Steffen im Bauernendspiel in dem er sich inzwischen befand fehlgreifen. Mein Gegner geriet derweil in arge Zeitnot und schaffte es doch tatsächlich mit, während oder nach der letzten Sekunde die Uhr zum 40. Zug zu drücken. Diese zeigte daraufhin ein Fähnchen und 1.00. Leider wusste niemand so recht was das zu bedeuten hatte, ich reklamierte vorsorglich beim gegnerischen Mannschaftsführer das remis und spielte weiter. Das tragische daran war nur, dass ich selbst noch den 40. Zug machen musste, auch meine Uhr tickte, ich versuchte mich nach der Aufregung zu sammeln und stellte in aller Ruhe einzügig meinen Mehrbauern weg. Steffen fand in seiner Partie derweil den richtigen Bauerndurchbruch und gewann, so dass bei einem Stand von 5:2 für die Mannschaft alles klar war. Leider war für mich nach dem Einsteller nicht mehr viel zu machen und am Ende hieß es 5,5 zu 2,5. Auf die Zeitreklamation habe ich schließlich verzichtet.
An dieser Stelle möchte ich jedoch ein paar Worte zur Regelkunde verlieren und auf die Fide-Regeln Artikel 5.2 verweisen. Hier findet der interessierte Schachfreund die Bedingungen die zum Beenden einer Partie durch remis führen: Übereinkunft, Patt, kein Matt-Material, Stellungswiederholung, 50 Züge-Regel sind die Punkte a) bis e). Einen Punkt f) „Eine Partie ist Remis, sobald beide Parteien nur noch 2 Bauern und eine Dame haben“ gibt es nicht. Ebenso wenig gibt es einen Punkt 5.3. der besagt, dass ein Remisangebot zur Annahme verpflichtet. Leider gehen viele Spieler davon aus mit dem Erreichen eines Endspiels auch gleich ein remis verdient zu haben, dem ist nicht so. Genervtes Schnaufen und Stöhnen wenn man gezwungen wird sich bis zum Ende zu verteidigen ist daher völlig unangebracht. Solange jemand nicht davon überzeugt ist, dass sein Gegner die Stellung akkurat verteidigen wird und sich selbst keinerlei Gefahr ausgesetzt sieht, sollte es ihm erlaubt sein zu spielen so lange er möchte. Wir alle spielen Schach nur des Spieles wegen und so sollte man zu einer Partie die für sechs Stunden ausgelegt ist im Bedarfsfall auch sechs Stunden Geduld mitbringen.

Ein großes Lob geht an meine geliebte siebte Mannschaft, deren Teamgeist und Zusammenhalt mich die Spieltage stets ungeduldig erwarten lässt. (schnulz, schwall.....)

Von 9 Spielern mit denen ich gesprochen habe, mussten zwei leider absagen, waren aber beide bereit im Notfall einzuspringen. In der Tabelle sind wir weiterhin an Platz 1, punktgleich mit dem zweiten, aber bereits 4 Punkte vor Platz 3 und dem gefürchteten Nichtaufstieg. Weiter geht es am 9.1. eben bei dem momentan zweitplatzierten Sendenhorst.

Bis dahin......

 

ein Frohes Fest euch allen..,

 

André Sroka