Direkt zum Inhalt

Themen der neuesten Artikel

Klick auf den Titel führt zur Seite und allen jeweiligen Artikeln, Klick auf das Datum direkt zu dem jeweiligen neuesten Artikel, in () die Anzahl der Artikel.

Die erste U20-Jugend setzt ihren Siegeszug fort!

Am vergangenen Wochenende empfing die erste U20-Jugend die SG Köln/Porz in der Josefschule. Porz kann nominell jeden in der Liga schlagen, jedoch treten ihre ersten 4 Bretter mit prominenten Namen wie Luca und Alexander Suvorov nur sehr selten an. Die Aufstellung, die Samstag gegen den SK an den Start ging, war noch zusätzlich ersatzgeschwächt, während die Münsteraner in Stammformation antreten konnten.

 

Es entwickelten sich schnell dynamische Stellungen aus den Eröffnungen heraus. So gewann Lennart Schröder an Brett 6 schnell viel Raum und eine offene Linie, sah sich jedoch einem Angriff auf seinen König ausgesetzt. Leonhard Ortmeier (Brett 1) spulte seine Eröffnung sicher ab und schaffte es, das Zentrum des Gegners zu unterminieren und einen Bauern zwischenzeitlich zu gewinnen. Auch David Toval (Brett 5) hatte früh einen Mehrbauern – jedoch aus einem Gambit heraus, gegen das er nun zäh verteidigte. Aaron Kamp (Brett 4) genoss eine angenehme, aktive Stellung, ohne jedoch Zählbares zu haben – ähnliches empfanden die Gegner von Adrian Kamp (Brett 3) und Phillip Junk (Brett 2).

 

Nach knapp zweieinhalb Stunden, wo noch alle Kämpfe offen schienen, war bei Lennart auf einmal alles vorbei. Er hatte seinen Raumvorteil weiter ausgebaut und seinerseits einen Angriff inszeniert, gegen den es urplötzlich keine Verteidigung mehr gab. Damit hatte Münster einen ersten wichtigen Punkt auf der Habenseite und konnte zufrieden weiter sehen, da auch Leonhard es schaffte, den eroberten Bauern – der eigentlich schon wieder abgeschrieben war – zu verteidigen. Er erreichte ein Endspiel mit Türmen und Läufern bei zerschlagener Bauernstruktur und versuchte nun, den Bauern zum Sieg durchzusetzen.

 

Diesem Licht kam jedoch schnell Schatten entgegen. David hatte in einer unglücklichen Kombination seinen Mehrbauern bei zentralem König eingebüßt, und sein letztes Plus war ein (in Ausgangsposition stehender) Freibauer.

Aaron suchte die Entscheidung mit einem Bauern- und einem Qualitätsopfer, doch ein Durchbruch war nicht erkennbar, auch den direkten Rückgewinn ließ er aus. Adrian wurde immer mehr in die Defensive gepresst und hatte schwache Felder in seiner Rochade, die der Gegner direkt unter Feuer nahm, und Phillips Mittelspiel wurde Zug um Zug unangenehmer.

 

Adrians Verteidigung kam alsbald zu spät. Sein Königsläufer-Fianchetto in der Rochade war aufgelöst worden, und der Gegner holte eine Schwerfigur nach der anderen in den Angriff. Mit einem eleganten Turmopfer wurde der letzte Schutz beseitigt und Porz glich aus.

 

Leonhard stellte jedoch schnell den Vorsprung wieder her. Er hatte seine Bauern weiter auf die gegnerische Grundreihe zugetrieben und hatte immer wieder Umwandlungs-Motive und Drohungen zum Materialgewinn. Der Druck eines vorgerückten Freibauern erzwang zunächst ein Qualitätsopfer, wonach Leo schon glatt auf Gewinn stand, und nur wenige Züge später stellte sein Gegner auch noch eine Figur ein, worauf er sofort aufgab.

 

2-1 war also der Zwischenstand für den SK, doch alles sah nach einem 3-3 aus, denn...

 

Aarons Opfer waren nach hinten losgegangen. Zwar hatte er die Qualität zurück, aber aus einem Minusbauern waren zwei, eher drei geworden – ohne Kompensation. Doch das nötige Quäntchen Glück lag heute auf seiner Seite des Brettes. Im Bestreben, seinen König endgültig absichern zu können, stellte Aarons Gegner eine Figur ein. Aaron konnte einen vermeintlich gedeckten Läufer schlagen, da das Wiedernehmen das direkte Matt zur Folge hätte. Plötzlich hieß es Läufer gegen zwei Bauern mehr – und Aaron verwertete sicher zum 3-1.

 

Dieser Punkt war doppelt wichtig, da sich bei Phillip alles in Wohlgefallen zu einem totremisen Turmendspiel aufgelöst hatte. David hatte es tatsächlich geschafft, im Damenendspiel einen Freibauern bis vor die gegnerische Grundreihe zu bekommen, doch wie er dem Dauerschach entkommen sollte, war (dem Berichterstatter) nicht direkt ersichtlich. Post-mortem war es wohl technisch gewonnen, doch David fand den Weg nicht sofort. Daher begnügte er sich, als das 3-1 feststand, mit dem halben Punkt, welcher den Mannschaftssieg sicherte und auch die Moral der verbleibenden Porzer brach, unbedingt Brett 2 auf Sieg zu spielen – nach 15 Zügen Turmgeschiebe konnte ein gerechtes Remis vereinbart werden.

 

Somit hat die erste Jugend einen wichtigen Konkurrenten um die begehrten DVM-Plätze mit 4-2 (bzw. 14-10) besiegt und steht mit 3 Siegen en suite weiter unangefochten an der Spitze der Jugendbundesliga West. Am nächsten Spieltag wartet der stärkste Verfolger, die SG Bochum (2 Siege, 1 Remis). Wird diese Hürde ebenfalls genommen, sieht es für das Ziel DVM mehr als nur gut aus.