Direkt zum Inhalt

Klick auf den Titel führt zur Seite und allen jeweiligen Artikeln, Klick auf das Datum direkt zu dem jeweiligen neuesten Artikel, in () die Anzahl der Artikel.

Gestolpert, aber nicht gestürzt – die erste U20-Jugend verteidigt die Tabellenführung!

Am zurückliegenden Wochenende trat die erste U20 in Bochum bei ihrem ärgsten Verfolger in der Jugendbundesliga West an. Bochum konnte, wie an den zurückliegenden Spieltagen auch, in Stammbesetzung antreten, während die Münsteraner in der Aufstellung rotierten.

 

Die Partien standen zunächst alle unter einem guten Stern. Thomas Limberg (Brett 6) und David Toval (Brett 4) hatten ihre Eröffnungen spielen können und standen mit Schwarz schnell angenehm.

Phillip Junks Gegner (Brett 2) hatte sich in einer scharfen Gambitvariante früh verrechnet und eine Figur eingebüßt, jedoch zu dem Preis, dass es Phillips König noch in der Eröffnung nach g5 gezogen hatte, wo er postwendend attackiert wurde. Die Eröffnungen von Leonhard Ortmeier (Brett 1), Adrian Kamp (Brett 3) und Lennart Schröder (Brett 5) hatten zwar zu aktiven Stellungen, jedoch noch zu nichts zählbarem geführt.

 

Nach etwa 2 Stunden zeichneten sich in den Mittelspielen Vorteile ab. So hatte David einen Bauern gewonnen, jedoch hatten nun beide Seiten Freibauern auf dem Brett, was die Stellung zumindest unklar scheinen ließ. Auch Lennart hatte zwei Bauern aus einem Abzug heraus gewonnen und wollte diesen Vorteil nun Richtung Sieg führen.

 

Diesen guten Neuigkeiten gesellten sich jedoch bald schlechte hinzu. Ausgerechnet Leonhard, der bisher mit 3/3 einen perfekten Score hatte, war aus einer Abtauschkombination nicht gut herausgekommen und sah sich mit zwei Türmen + 5 Bauern einem Turm, Läufer, Springer + 6 Bauern gegenüber. Dieser Mehrbauer des Gegners schien bald zusätzlich am Damenflügel als entfernter Freibauer ins Gewicht zufallen, weswegen Leo sich entschied, früh aufzugeben, da eine Verteidigung nicht in Sicht war.

Auch Thomas´ Partie hatte sich von einem ausgeglichenen Mittelspiel zu einem Kampf ums Überleben mit Minusfigur gewandelt, nachdem Thomas unglücklich seinen starken Läufer verloren hatte.

Derweil fand Phillip keinen vernünftigen Weg, seine Mehrfigur auszunutzen, und sah sich immer stärkerem Angriff ausgesetzt.Beim Versuch, seine Partie in ein besseres Endspiel überzuleiten, fand der Gegner eine gute Kombination, die die Materialverteilung zwei Türme + Springer für Phillip vs. Dame + 3 Bauern für den Gegner übrig ließ. Die Partie drohte zu kippen, da auch Phillips Bauernstruktur zersplittert und Koordination kaum sichtbar war.

 

Nach ungefähr 3,5 Stunden musste Thomas ins 0:2 für Bochum einwilligen, als es gegen das materielle Übergewicht keine Verteidigung mehr gab. Dieser Rückstand wurde jedoch postwendend von Lennart zum 1:2 egalisiert, nachdem auch er sich den materiellen Vorteil nicht mehr hatte nehmen lassen.

 

Tovi hatte derweil eine starke Kombination entdeckt, mit der er eine Qualität gewann und auch noch die Freibauern des Gegners – auf Kosten seiner eigenen – beseitigen konnte. Das Endspiel war sichtlich entschieden und alles war mit dem 2:2 wieder auf Anfang gestellt. Nun konnte sich jedoch Bochum Hoffnungen machen, da Adrians Mittelspiel zum Endspiel geworden war und nie die Remisbreite verlassen hatte – und Phillip wurde von Zug zu Zug unwohler in seiner Haut.

 

Das an Brett 2 entstandene Endspiel – zwei Türme und Springer gegen Dame und zwei verbundene Freibauern (sonst alles getauscht) bei aktivem weißen und passiven schwarzen König mutete nicht mehr gut an, auch wenn Engines es entspannt als Remis sehen (Andere Mannschaftsmitglieder bezeichneten es als „nicht trivial“.). Das Problem lag vor allem in der Dysharmonie der schwarzen Figuren, die nie wirklich zusammen gegen die Bauern vorgehen konnten.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte Adrians Gegner seine Gewinnversuche im Läufer vs. Springer-Endspiel eingestellt, nachdem Adrian seinen Minusbauern (der nie ins Gewicht fiel, da alles an einem Flügel stattfand) zurückerobert hatte.

Somit stand es 2,5:2,5 und alles hing an Phillips Partie.

 

Mit nur noch wenigen Minuten auf der Uhr gelang es Phillip in gefühlt letzter Not, eine vermeintliche Gabel zuzulassen – welche Weiß nichts eingebracht hätte – und seinen Springer gegen einen der Freibauern zu opfern.

Ab diesem Punkt blockierte er nur noch mit seinen verbundenen Türmen die Reihe vor dem Bauern und drängte alles, was zu nahe kam, von seinem König weg.

Die Partie endete, nachdem Phillips Gegner bei seinen Gewinnversuchen den Bauern eingestellt hatte. Er opferte seine Dame anstattdessen und forcierte damit das Remis, da der verbliebene schwarze Turm sich auch würde opfern müssen.

 

Somit erzielte das Team ein 3:3 Unentschieden, wo sicher mehr drin war, was aber auch hätte schlechter ausgehen können. So oder so wurde damit Bochum auf Distanz gehalten und der SK führt nach wie vor mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung die Tabelle an.

 

Dies gilt es in drei Wochen gegen Halver-Schalksmühle zu verteidigen, um die DVM weiter fest im Blick zu haben.