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Die erste U20-Jugend gewinnt erneut und ist Spitzenreiter der Jugendbundesliga!

Am zurückliegenden Wochenende fand der zweite Spieltag der Jugendbundesliga West statt. Dieses Mal traten die Münsteraner in der Aufstellung Leonhard Ortmeier (Brett 1), Phillip Junk (Brett 2), Adrian Kamp (Brett 3), David Toval (Brett 4), Lennart Schröder (Brett 5) und David Hungeling (Brett 6) auswärts bei Brackel II an und waren nominell Favoriten.

 

Die Partien begannen relativ ausgeglichen. Die Weißspieler (SK: Brett 1,3,5) versuchten schnell, ihre Entwicklungen aufs Brett zu bekommen, Schwarz blieb zumeist nur die Reaktion. Leonhard und Adrian konnten ihre gewohnten Eröffnungen spielen; Leonhard erreichte dabei schnell ein sehr aktives Figurenspiel, mit dem er seinen Gegner zurückdrängte, Adrian lieferte sich ein sehr taktisch veranlagtes Theorieduell. Auch Lennart bekam schnell eine angenehme Stellung. David T. und David H. hatten derweil alles dafür getan, den Anzugsvorteil zu neutralisieren. Beide konnten früh viel Material abtauschen und die Stellung verflachen lassen. Phillip musste sich einem scharfen Gambit stellen und verbrauchte früh viel Zeit, um die passenden Widerlegungen zu finden, konnte jedoch vorerst den ihm geopferten Bauern verteidigen.

 

Nach etwa zwei Stunden baute Leonhard seinen positionellen Vorteil zusehends aus, bis sein Gegner versuchte, die Situation taktisch zu lösen. Dabei hatte er sich jedoch verrechnet, sodass Leonhard nach mehrfachem Figuren- und Damentausch zwar mit schlechterer Struktur, aber einem gut geschützten Freibauern auf d5 verblieb.

Auch Adrian bekam Vorteil. Er beherrschte seine Eröffnungsvariante blind und lockte seinen Gegner, einen schwachen Bauern zu verteidigen. Adrian konterte gnadenlos und bekam vielfache taktische Drohungen gegen Dame und König des Gegners.

 

Phillip hatte gerade das Gambit abgewehrt und stand sowohl positionell als auch materiell deutlich besser, als erste Zeitprobleme sich bemerkbar machten. Beim Versuch, sicher ins Mittelspiel überzugehen, konnte sein Gegner unangefochten das Zentrum kontrollieren und einen starken Springer mitten in Phillips Verteidigung festsetzen. Weder Türme noch Leichtfiguren konnten sich koordinieren und die Partie drohte zu kippen.

 

David H. sah sich zwar dauerhaft leichtem Druck ausgesetzt, war jedoch nie in Gefahr und verteidigte solide. David T. ließ sich auf einige taktische Spielchen ein, welche jedoch für keinen der Kontrahenten etwas ergaben. Es verblieben schließlich Turm, zwei Springer und ein geschützter König in der Rochade am Königsflügel für beide – alles andere war getauscht worden.

Lennart war in einer zähen Position gelandet und entschied sich, ebenfalls taktisch vorzugehen, indem er zwei Leichtfiguren für Turm, zwei Bauern und Spiel gegen den König gab.

 

Leonhard und Adrian beendeten nach knapp 3 Stunden ihre Partien. Adrian erzielte das 1-0, als sein Gegner den dauerhaften Drohungen nicht mehr standhielt und durch eine Ablenkung seine Dame verlor. Leonhard hatte viel lavieren müssen, aber sein Mehrbesitz war nie in Gefahr gewesen. Schließlich tempierte er seinen Gegner mehrfach aus und gewann einen weiteren Bauern im Läufer vs. Springer – Endspiel. Das Finale ließ sich sein Kontrahent nicht zeigen – 2:0 für den SK.

 

Kurz darauf beendeten David H. und David T. ihre Partien. Beide hatten nie die Remisbreite verlassen und einigten sich nach knapp 4 Stunden auf ein gerechtes Remis, womit sie den Score auf 3:1 schraubten und den ersten Mannschaftspunkt sicherten.

 

Lennart kämpfte, und seine Stellung wurde immer undurchschaubarer – toll für Analyse, ein Albtraum zum spielen. Sein Gegner hatte zwei verbundene Freibauern am Damenflügel erreicht und ließ diese rennen, Lennart suchte sein Heil im Königsangriff (ebenfalls mit vorgerückten Freibauern) und Mattmotiven. Schließlich löste Lennart das Dilemma mit einem Turmopfer, womit er seine Bauernumwandlung erzwang. Zwar konnte sein Gegner nachziehen und wandelte auch um, jedoch gab es für seinen König keinen Schutz mehr. Lennart gab Dauerschach und sicherte so den Mannschaftssieg.

 

Phillip stand lange unter Druck, und sein Gegner hatte Phillips König in der Mitte festgenagelt, zudem hatten sich die Zeit- und Koordinationsprobleme immer noch nicht gelöst. Mit dem Mut der Verzweiflung hatte Phillip jedoch eine Figurenblockade errichtet, die seinem König Zeit zu fliehen verschaffen sollte. Dem wurde ein Minoritätsangriff entgegnet, um die a-Linie zu öffnen – dort sollten die weißen Türme eindringen und der Minifestung den Knockout verpassen. Phillip hatte gerade genug Zeit, seinen König zu retten und seine Türme zu verbinden, um die Linienkontrolle zu verhindern. Sein Gegner hatte sich viel von dieser Linie versprochen und wollte verdoppeln. Für einen Zug hatte Phillip jedoch nun Zeit: er gab mehrfache Mattdrohungen, mit der er nicht nur seine Figuren besser stellen konnte, sondern auch die gefährliche weiße Dame abtauschen konnte.

 

Plötzlich war der Nachteil des weißen Angriffs sichtbar: die drei Damenflügelbauern, die bisher nur schwach waren und den König verteidigten, waren zu Freibauern geworden. Diese ließ Phillip nun direkt loslaufen, da der einst so starke Springer gefangen war und er daher effektiv mit einer Mehrfigur angriff. Damit brachte er einen Bauern bis nach a2 – einen Zug vor der erzwungenen Umwandlung gab der Gegner in der längsten Partie des Tages nach 4,5 Stunden auf.

 

Somit hat die Erste einen über weite Strecken ungefährdeten 4,5:1,5 – Auswärtssieg eingefahren (15-9 nach der geltenden Wertung) und sich verdient an die Tabellenspitze der Jugendbundesliga West gesetzt. In dieser Form kann die DVM weiter angepeilt werden, auch wenn definitiv noch starke Gegner auf dieses Team warten.