Letzten Sonntag ging es im Münster-Derby zu Hause gegen die Schachfreunde aus Nienberge. Im strömenden Regen – also ideales Schachspielwetter – trudelten so langsam die Spieler ein. Wie schon in den letzten Mannschaftskämpfen wollten wir schauen, was wir so mitnehmen können, doch schon ein Blick in die Aufstellung verriet, dass es ein schwerer Tag werden sollte – waren die Nienberger doch an vielen Brettern zahlenmäßig favorisiert.
Und im Vergleich zu den letzten Mannschaftskämpfen lief der Mannschaftskampf von Beginn an nicht gut. Zwar konnte Stephan eine angenehme Stellung herausarbeiten, doch an einigen Brettern standen wir schon früh bedrückt und lagen bedenkzeitmäßig stark zurück.
Als Erster beendete Stefan seine Partie, der erkältet war und nur wegen der Aufstellungsnot nicht abgesagt hatte. Die erste Vereinfachung seines Gegners nutzte er daher zu einem Remisangebot, was dieser auch annahm. Stephan verwandelte seine vorteilhafte Position in einen Sieg, der den Führungstreffer einbrachte. Sein Gegner behandelte die Eröffnung sehr ruhig, sodass Stephan direkt von Anfang an aufs Gas drückte, was sein Gegner viel Zeit kostete. In der entstandenen Zeitnot nahm sein Gegner bei einem Tausch mit der falschen Figur zurück, sodass er eine Figur und dadurch die Partie einstellte.
Leider wehrte die Führung nicht lange. Ersatzmann Constantin, der dankenswerterweise kurzfristig eingesprungen war, stand schon frühzeitig unter Druck und sein Gegner konnte entscheidend kombinieren, sodass er letztendlich aufgeben musste.
Danach folgten einige stark erkämpfte Remise, so auch von Niklas, der im Grünfeld eine komplizierte Stellung erhielt. Ein Springerausflug an den Rand des Damenflügels ermöglichte seinen Gegner, ihn am Königsflügel anzugreifen. Doch Niklas verteidigte sich clever und nachdem die Damen getauscht wurden, konnte er das Verlustrisiko im Turmendspiel minimieren und beide einigten sich auf Remis. Auch Ulrichs Remis war eher glücklich, da ihn sein Gegner etwas mehr unter Druck setzte. Doch Ulrich konnte im Zentrum durchbrechen und einiges an Druck rausnehmen, sodass beide Spieler im entstandenen Leichtfigurenendspiel in die Punkteteilung einwilligten.
Beim Stand von 2,5-2,5 sah es allerdings bei den verbliebenen Brettern nicht gut für uns aus. Daniel brauchte lange für die Eröffnung und geriet in Zeitnot. In einer komplizierten Stellung stand er die meiste Zeit besser, erkannte das aber nicht und verlor schließlich durch ein taktisches Versehen im vierzigsten Zug eine Qualität und hinterher auch die Partie. Martin erwischte leider keinen guten Tag, denn auch er verbraucht schon früh sehr viel Zeit und tauschte dann seine besserstehenden Figuren ab. Im abschließenden Endspiel Läufer gegen Springer platzierte Martin seinen Läufer sehr unglücklich, sodass sein Gegner einen Bauern gewann und hinterher umwandeln konnte.
Damit war der Mannschaftskampf verloren, aber Klaus arbeitete noch an der Ergebniskosmetik. Er lehnte eine frühe Remisofferte seines Gegners ab und dann tat sich erstmal sehr wenig in der Partie. Erst in der Zeitnot kam es zu einigen Abtäuschen und zur Öffnung der Stellung, die sich als günstig für Klaus herausstellten. Seine positionellen Vorteile konnte er letztendlich gut umsetzen, indem er die gegnerischen Bauern unter Druck setzte. Sein Gegner brauchte für die Verteidigung seiner Stellung jedoch so viel Bedenkzeit, dass er am Ende per Zeitüberschreitung verlor.
Damit hieß es am Ende eine knappe 3,5-4,5 Niederlage – fast unser Standardergebnis, was Siege und Niederlagen angeht. Am 15.03 geht es direkt weiter zum Auswärtsspiel nach Bocholt.