Am Sonntag ging es für die Dritte nach Waltrop. Ziel war es, in dieser Saison den vorzeitigen Klassenerhalt fix zu machen, musste man doch in den letzten Jahren immer bis zum letzten Spieltag zittern, ob es auch wirklich klappt.
Und der Mannschaftskampf fing recht gut an, Dirk an Brett 6 konnte mit Schwarz gegen seinen in dieser Saison noch ungeschlagenen Gegner und dessen solides Londoner System recht bequem ausgleichen. Nach einigen Abtäuschen verflachte die Partie zusehends und wurde als erste Partie Remis gegeben. Das zweite Remis folgte von Stefan, der die Eröffnung verwechselte und so in einen nicht beabsichtigten Stellungstyp geriet. Als sich jedoch der Mannschaftskampf – insbesondere bei Heiner und Ulrich – zu unseren Gunsten entwickelte, ließ er ein Remisangebot einfließen, welches sein Gegner annahm. Nebenbei sicherte Stefan sich so eine Runde vor Schluss den ungeteilten Titel als Remiskönig der NRW-Klasse 2.
Tatsächlich konnten Heiner und Ulrich ihre Stellungsvorteile in Siege ummünzen. Bei Heiner an Brett 5 machte sein Gegner in der spanischen Abtauschvariante einen seltsamen Rückzug seines Läufers von g4 nach d7 und wurde anschließend so unter Druck gesetzt, dass er nicht rochieren konnte, 2 Bauern verlor und in hoffnungsloser Stellung aufgab.
Auch unser Topscorer Ulrich schlug wieder zu. Sein Gegner kam frühzeitig in Zeitnot, während Ulrich bequem auf den gegnerischen König spielen konnte, der sehr luftig stand. Während Beobachter dieser Partie zum Abschluss lieber eine Figur gewinnen wollten, „übersah“ dies Ulrich und spielte lieber eine Variante, die zum Matt führte.
Damit lagen wir zwar 3-1 vorne, doch so klar sollte ein Mannschaftssieg nicht werden. Hatte Jörg doch zwischenzeitlich eine Minusqualität, Stephan stand sehr schlecht und Martins Stellung war sehr kompliziert. Doch der Reihe nach:
Jörg am 8. Brett kam eigentlich als Schwarzer sehr gut aus der Eröffnung und konnte nach einer weißen Ungenauigkeit einen Bauern gewinnen und erreichte eine vorteilhafte Stellung. Im Mittelspiel stellte er leider eine Qualität ein, doch sein Gegner setzte nicht konsequent genug fort und bot den Damentausch an, der seine Bauernstruktur verschlechterte. Nach weiterem Manövrieren konnte Jörg aber das Endspiel mit Läufer + Bauer gegen Turm Remis halten.
Den ersten Mannschaftspunkt sicherte Martin, der am Brett 2 sehr prinzipiell spielte, um seinen schlechten Läufer abzutauschen, was ihn allerdings mehrere Tempi kostete und wohl etwas zu optimistisch war, denn dies führte zu einer gedrückten und belagerten Stellung. Ein etwas unvorsichtiger Bauernschnapper und die Partie wäre böse ausgegangen, wenn der Gegner den von Stockfish 9 vorgeschlagenen Zug gefunden hätte (den nebenbei bemerkt Fritz 14 nicht gefunden hat). Gegnerische Angriffsversuche konnte Martin erfolgreich abwehren und sein Gegner ging ins Dauerschach.
Daniel machte nun den Sack zu, wobei er zunächst nach drei Niederlagen in Folge und einer schlechten Nacht nicht besonders zuversichtlich in die Partie ging. Aus der Eröffnung kam er mit Vorteil raus, hat dann aber die falsche Strategie gewählt, um ihn zu verwerten. Nach einem taktischen Versehen seinerseits war die Stellung laut Computer zwar weiterhin im Gleichgewicht, aber gefühlt stand er unter Druck, konnte aber letztendlich mit einer taktischen Wendung in ein Turmendspiel abwickeln, das für ihn minimal besser war. Er einigte sich auf Remis und das bedeutete den vorzeitigen Klassenerhalt.
Als letztes spielte noch Stephan am 4. Brett. Nach einer eher ausgeglichenen Eröffnung packte er die Brechstange am Königsflügel aus, um dort gegnerische Felderschwächen auszunutzen. Leider verpasste er da wohl bessere Möglichkeiten und mit zunehmender Zeitnot verschlechterte sich seine Stellung, da nun drohte, die eigene Schwächung des Königsflügels gegen ihn zu wenden. Nach der Zeitkontrolle ließ sein Gegner mehrere Chancen aus, entweder taktisch sofort Material zu gewinnen oder in ein Turmendspiel mit 2 Mehrbauern abzuwickeln. Vielmehr gelang Stephan in ein Turmendspiel mit nur einem Minusbauern, welches er dank aktiverer Figuren mit nur noch wenig Zeit auf der Uhr ins Remis sichern konnte.
Am Ende stand es 5-3 für uns und wir stehen nun auf dem 5. Tabellenplatz. Am 27.04 geht es nun zum letzten Spiel gegen Gronau.